SPDqueer Baden-Württemberg

Arbeitsgemeinschaft der SPD für Akzeptanz und Gleichstellung

Keine Frage der Ehre und Glaubwürdigkeit?

Veröffentlicht am 23.09.2009 in Pressemitteilungen

Die CDU Stuttgart schickt mit dem homosexuellen Bundestagskandidaten Dr. Stefan Kaufmann einen starken Mitbewerber gegen Cem Özdemir (Grüne) und Ute Vogt (SPD) ins Rennen, doch wie glaubwürdig ist dieser Kandidat?

„Die CDU/CSU teilt in Ihrem Programm zur Bundestagswahl 2009 mit: „Eine vollständige rechtliche Gleichstellung solcher Lebensgemeinschaften mit der Ehe lehnen CDU und CSU ab...“ das erschüttert mich als Homosexueller, den ich kämpfe für die Gleichstellung“ sagt Steffen Schaffner, Landesvorsitzender der Lesben und Schwulen in der SPD.

„Überrascht waren wir, als wir im Café Planie, einem homosexuellen Szenecafé, die Wahlkampfhemden von Dr. Stefan Kaufmann an einem Kellnern sahen, zumal dort noch im Mai der handgreifliche Übergriff auf einen Angestellten durch den Arbeitgeber und das Thema Steuerhinterziehung im Gespräch waren.“ ergänzt Judith Schober, Landesvorstand Schwusos BaWü.

„Die Landes-CDU sowie die städtische CDU sind bei der Gleichstellung erschreckend hinterher! Erst Anfang des Jahres wurden die Gebühren für die Eintragung der Lebenspartnerschaft in Stuttgart der Ehe angepasst. Die Länderöffnungsklausel, die dies landesweit regelt, wurde bis heute nicht angepasst!“ ärgert sich Steffen Schaffner. Die Union in Baden Württemberg tritt immerhin mit mindestens zwei homosexuellen Kandidaten für den Bundestag an, davon ist vielleicht sogar unsere derzeitige Bundesbildungsministerin. Diese Spekulationen wurde vor 4 Jahren von Seiten der Union angefacht.

Ein weiter Auszug aus dem Parteiprogramm der CDU/CSU zur Bundestagswahl 2009 sagt: „Weitere Antidiskriminierungsvorgaben der EU lehnen wir ab...“ „Daraus ergibt sich für mich folgende Schlussfolgerung: Wie kann es sein, dass die homosexuellen CDU Bundestagskandidaten nicht die selben Rechte wie ihre heterosexuellen Parteimitglieder bekommen, aber trotzdem die Partei im Bundestag vertreten sollen?“ so Judith Schober.

„Darum ist es wichtig, dass es keine Neuauflage von Schwarz-Gelb gibt; dies würde die homosexuelle Emanzipation in den nächsten vier Jahren zum Stillstand bringen!“ fordert Steffen Schaffner.

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