Judith SchoberIn einem Strategie- und Analysepapier hat sich die Junge Union im Kreis Göppingen für eine Rückkehr zur konservativen, rechten Politik in der CDU ausgesprochen. Inhaltlich lehnt die Junge Union besonders „muslimische Elemente“ in jeglichem Bereich öffentlichen Lebens ab. Außerdem wird die Abschaffung der Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften gefordert. Viel mehr, sie stellt diese Form der Sexualität generell in Frage.
Die Schwusos-Kreisverbände in Baden-Württemberg sind äußerst empört und äußern sich wie folgt: Das Papier ist ein Skandal! Die Wortwahl erinnert an die düsterste deutsche Vergangenheit. Das deutsche Grundgesetz wird mit Füßen getreten. Im Grundgesetz der BRD ist die Religionsfreiheit fest verankert und das darf auch eine eher rechts der Mutterpartei CDU angesiedelte Interessengemeinschaft nicht missachten.
Die Lesben und Schwulen in der SPD (Schwusos) Baden-Württemberg lehnen jede Form von Diskriminierung ab.
Die Anerkennung der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft und der damit verbundenen Rechte, die sich die Homosexuellenbewegung in den letzten Jahrzehnten hart erkämpfen musste, sind unverrückbar.
Erschreckend und schockierend zugleich ist es, dass ausgerechnet die junge Generation der Union diese Errungenschaften in Frage stellt. Erwartet man doch von diesen, im Jahr 2010, eine weltoffenere Einstellung und nicht die Rückkehr in die Steinzeit. Die Mutterpartei CDU unterstützt noch diese Forderungen.
Die Schwusos, genauso wie die Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund, erheben als Teil dieser Gesellschaft, den Anspruch auf Anerkennung ihrer Rechte. Sie erfüllen schließlich auch die Pflichten in
dieser Gesellschaft.
Aus diesem Grund fordert der Landesverband der Lesben und Schwulen in der SPD (Schwusos) – Baden-Württemberg die CDU-Mutterpartei und auch die Jugendorganisation auf, sich deutlich von den Strategien und Forderungen zu distanzieren. Alles andere wäre untragbar!